Recruiting-Video erstellen: 9 Tipps, die Bewerbungen bringen
Wie ein Recruiting-Video wirklich Bewerbungen bringt: echte Arbeit statt Floskeln, die richtigen Menschen, passende Länge und Formate je Kanal. Mit Checkliste.
Kurz gesagt Recruiting-Video erstellen: 9 Tipps, die Bewerbungen bringen
Wischen für die Antwort →Ein Recruiting-Video beantwortet eine Frage: Will ich da jeden Morgen hin?
Echte Kolleginnen und Kollegen wirken stärker als die Geschäftsführung.
Arbeit zeigen, nicht Obstkorb und Tischkicker.
90 Sekunden bis zwei Minuten für die Karriereseite, 15 bis 30 Sekunden im Hochformat.
Was ein Recruiting-Video leisten muss
Ein Recruiting-Video hat eine andere Aufgabe als ein Imagefilm. Es soll nicht das Unternehmen erklären, sondern dafür sorgen, dass sich die richtigen Leute bewerben und die falschen nicht. Das klingt nach einer Kleinigkeit, verändert aber jede Entscheidung: welche Menschen zu sehen sind, was sie sagen, welche Bilder gedreht werden.
Die meisten Recruiting-Videos scheitern nicht an der Technik, sondern daran, dass sie austauschbar sind. „Familiäres Team, flache Hierarchien, spannende Aufgaben": Das schreibt jeder, und es überzeugt niemanden.
Neun Tipps für ein Recruiting-Video, das wirkt
- Mit der offenen Stelle anfangen, nicht mit dem Leitbild. Sprechen Sie vor dem Dreh mit der Person, die einstellt: Woran scheitern Bewerbungen, was erzählen Leute, die kündigen? Daraus entsteht die Botschaft.
- Für eine Zielgruppe drehen. Eine Pflegekraft, ein Softwareentwickler und ein Azubi im Handwerk achten auf völlig verschiedene Dinge. Ein Film für alle passt bei allen nur halb.
- Die Menschen zeigen, die den Job machen. Am glaubwürdigsten sind künftige Kolleginnen und Kollegen. Zwei bis drei Personen reichen.
- Arbeit filmen, nicht Szenen stellen. Die Werkbank, der Schichtwechsel, die Mittagspause. Genau das wollen Bewerber sehen, und genau das lassen die meisten Filme weg.
- Konkret werden. Arbeitszeiten, Schichtmodell, Weg zur Arbeit, Weiterbildung. Jede konkrete Information ist mehr wert als drei Adjektive.
- Die ersten drei Sekunden planen. Besonders in sozialen Netzwerken entscheidet der Anfang, ob jemand weiterschaut. Beginnen Sie mit dem stärksten Bild, nicht mit dem Logo.
- Untertitel einplanen. Viele sehen Videos auf dem Smartphone ohne Ton. Mehr dazu im Beitrag Untertitel für Videos.
- Einen klaren nächsten Schritt nennen. Wo und wie bewirbt man sich? Idealerweise ohne Anschreiben, mit wenigen Klicks.
- Fassungen für jeden Kanal. Hauptfilm für die Karriereseite, Hochformat für Instagram und TikTok, Kurzfassung für Stellenanzeigen. Alles aus einem Dreh.
Wenn niemand vor die Kamera will
Das ist der Normalfall, kein Problem. Wir drehen mit kurzen Einheiten statt langer Interviews, im gewohnten Arbeitsumfeld statt im Studio, und niemand muss Text auswendig lernen. Wer nicht möchte, kommt nicht ins Bild. Erfahrungsgemäß melden sich am Drehtag Leute nach, die vorher abgelehnt hatten. Für die Mitwirkenden holen wir eine schriftliche Einwilligung ein, damit der Film auch dann weiterlaufen darf, wenn jemand das Unternehmen später verlässt. Was dabei zu beachten ist, steht im Beitrag Testimonial-Video.
Länge und Formate
- Karriereseite: 90 Sekunden bis zwei Minuten. Filme über drei Minuten werden in der Praxis nicht zu Ende gesehen.
- Social Media: 15 bis 30 Sekunden im Hochformat, siehe Hochformat-Video.
- Stellenanzeigen bei Indeed oder StepStone, LinkedIn: Kurzfassung, die ohne Ton funktioniert.
- Onboarding: längere Fassung mit mehr Einblicken, weil neue Kolleginnen und Kollegen einen Grund haben dranzubleiben.
Selbst drehen oder produzieren lassen?
Für laufende Einblicke in den Alltag auf Instagram oder TikTok ist ein Smartphone in den Händen engagierter Mitarbeitender oft genau richtig. Der Hauptfilm auf der Karriereseite ist dagegen der erste Eindruck, den ein Bewerber von Ihnen als Arbeitgeber bekommt. Dort lohnen sich sauberer Ton, gutes Licht und ein Schnitt, der die Geschichte trägt. Bei uns beginnt ein Recruitingfilm bei 1.750 Euro netto: ein Drehtag an einem Standort, Hauptfilm und Hochformat-Fassung. Wenn Sie zuerst an der Arbeitgebermarke insgesamt arbeiten wollen, führt die Seite Employer Branding Video weiter.
Checkliste vor dem Dreh
- Stelle und Zielgruppe in einem Satz beschrieben
- Zwei bis drei Mitwirkende gefunden, Einwilligungen vorbereitet
- Typische Arbeitssituationen für den Drehtag festgelegt
- Konkrete Fakten gesammelt: Arbeitszeiten, Entwicklung, Standort
- Kanäle und Fassungen festgelegt
- Bewerbungsweg vereinfacht, bevor der Film Bewerber schickt
Fragen zum Thema
Was ist der Unterschied zwischen Recruiting-Video und Bewerbungsvideo?
Ein Recruiting-Video dreht das Unternehmen, um Bewerber zu gewinnen. Ein Bewerbungsvideo dreht ein Bewerber, um sich bei einem Unternehmen vorzustellen. Dieser Beitrag behandelt das Recruiting-Video.
Was kostet ein professionelles Recruiting-Video?
Bei uns ab 1.750 Euro netto für einen Drehtag an einem Standort mit Hauptfilm und Hochformat-Fassung. Mehrere Standorte oder Zielgruppen erhöhen den Aufwand.
Sollte das Gehalt im Video genannt werden?
Wenn es wettbewerbsfähig ist, spricht viel dafür, zumindest als Spanne in der Stellenanzeige, die mit dem Video verknüpft ist. Konkrete Informationen senken die Hürde für eine Bewerbung.
Wie schnell ist ein Recruiting-Video fertig?
Vier bis sechs Wochen von der Freigabe bis zum fertigen Film bei einem Standort. Wenn es eilt, kann die Social-Fassung vorgezogen und die Langfassung nachgeliefert werden.