creativecinema · Ratgeber Format · 4 Min. Lesezeit · von Andreas Schulz

Lernvideo und Schulungsvideo erstellen

Lernvideos, die im Unternehmen wirklich genutzt werden: Aufbau, Länge, Screencast oder Realfilm, Sprecher, Untertitel und wann sich Produktion lohnt.

Kurz gesagt

Lernvideo und Schulungsvideo erstellen

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Ein Video, ein Lernziel: Lieber zehn kurze Kapitel als ein langer Film.

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Das Format folgt dem Inhalt: Software im Screencast, Handgriffe im Realfilm, Unsichtbares als Animation.

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Inhalte, die sich oft ändern, machen Sie selbst. Was lange gilt und viele sehen, lohnt die Produktion.

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Untertitel und ein sauberer Ton entscheiden darüber, ob das Video am Arbeitsplatz überhaupt funktioniert.

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Lernvideo, Schulungsvideo, Erklärvideo: der Unterschied

Die drei Begriffe werden oft gleich verwendet, sie setzen aber unterschiedliche Ziele. Ein Erklärvideo macht ein Thema verständlich: Danach weiß man, worum es geht. Ein Lernvideo soll, dass jemand etwas danach kann. Ein Schulungsvideo ist meist Teil eines festen Programms im Unternehmen, etwa zur Einarbeitung, zur Arbeitssicherheit oder zu einer neuen Software.

Für die Planung ist das wichtig, weil ein Lernvideo Wiederholung, Pausen und klare Handlungsschritte braucht. Dinge also, die in einem Erklärvideo stören würden. Welche Stile es beim Erklärvideo gibt, zeigt der Beitrag Erklärvideo-Arten.

Fünf Regeln, damit Gelerntes hängen bleibt

  1. Ein Lernziel pro Video. Formulieren Sie es als Satz: „Danach kann die neue Kollegin die Anlage sicher hochfahren." Was nicht darauf einzahlt, kommt in ein eigenes Video.
  2. Kurze Kapitel. Wer im Arbeitsalltag etwas nachschlägt, will genau diesen einen Schritt finden und nicht zwölf Minuten durchsuchen.
  3. Zeigen statt erzählen. Der Handgriff in Großaufnahme erklärt mehr als jeder Satz darüber. Der Text sagt nur noch, worauf man achten soll.
  4. Häufige Fehler zeigen. Was typischerweise schiefgeht, bleibt besser im Kopf als die reine Musterlösung. Fragen Sie die Kollegen, die heute einarbeiten.
  5. Mit einer Aufgabe enden. Eine Frage oder ein kleiner Arbeitsauftrag am Schluss sorgt dafür, dass das Gesehene angewendet wird.

Welches Format für welchen Inhalt

  • Screencast. Für Software und Abläufe am Bildschirm. Schnell produziert und schnell aktualisiert. Wichtig sind gut lesbare Vergrößerungen und eine verständliche Stimme.
  • Realfilm am Arbeitsplatz. Für Handgriffe, Maschinen und Sicherheit. Echte Kollegen und die echte Umgebung sorgen dafür, dass der Inhalt ernst genommen wird.
  • Animation. Für alles, was man nicht filmen kann: Abläufe in einer Anlage, Datenflüsse, Modelle. Aufwendiger in der Erstellung, dafür unabhängig von Drehorten.
  • Mischform. Ein Trainer im Bild führt durch das Thema, dazwischen Screencast oder Grafik. Das trägt auch längere Lerneinheiten.

Selbst machen oder produzieren lassen

Beides hat seinen Platz, und in vielen Unternehmen läuft beides nebeneinander.

Selbst machen lohnt sich, wenn sich der Inhalt oft ändert, nur wenige Menschen ihn sehen oder es vor allem schnell gehen muss. Für einen Screencast zu einer internen Software reichen ein gutes Headset und ein Aufnahmeprogramm.

Produzieren lassen lohnt sich, wenn der Inhalt länger gültig bleibt, viele ihn sehen, er das Unternehmen nach außen vertritt oder Fehler teuer werden, etwa bei Sicherheitsthemen. Auch eine Serie, die einheitlich aussehen soll, profitiert von einer festen Produktion.

Wir haben zahlreiche Lernvideos für Siemens produziert. Ein gemeinsames Muster aus solchen Projekten: Fachleute kennen den Stoff, und die Produktion hilft dabei, ihn in kurze und zeigbare Schritte zu zerlegen.

So entsteht eine Lernvideo-Serie

  1. Lernziele sammeln. Was soll danach jemand können? Daraus ergibt sich die Liste der Videos.
  2. Skripte schreiben und fachlich freigeben. Änderungen sind in dieser Phase am günstigsten.
  3. Ein Pilotvideo produzieren. Es legt Stil, Länge und Ton fest und wird von echten Lernenden getestet.
  4. Die Serie produzieren. Wenn der Pilot sitzt, lassen sich die weiteren Folgen gebündelt drehen, das spart Drehtage.
  5. Pflege einplanen. Legen Sie fest, wer nach einem Jahr prüft, ob alles noch stimmt.

Ausspielen: LMS, Intranet, Sprachfassungen

Klären Sie vor dem Dreh, wo die Videos laufen: im Lernmanagementsystem, im Intranet, auf SharePoint oder als Link. Davon hängen Dateiformate und Lernstandsabfragen ab. Interne Videos gehören nicht auf öffentliche Portale, auch nicht als „nicht gelistet", wenn sie Betriebsinterna zeigen.

Untertitel sind bei Schulungsvideos Pflichtprogramm: In Werkhalle und Großraumbüro läuft vieles ohne Ton, und sie erleichtern Kollegen mit anderer Muttersprache den Zugang. Details stehen im Beitrag Video-Untertitel erstellen. Weitere Sprachen plant man am besten von Anfang an ein: Wenn Texte in Grafiken stehen statt im Bild, sind Übersetzungen später deutlich einfacher.

Sollen Mitarbeitende selbst zu KI-Werkzeugen geschult werden, bieten wir das auch live an, siehe KI-Schulung für Mitarbeiter.

Häufige Fragen

Fragen zum Thema

Wie lang sollte ein Lernvideo sein?

So lang, wie ein einziges Lernziel braucht. Oft sind das wenige Minuten. Wird es deutlich länger, steckt meist ein zweites Thema darin, das ein eigenes Video verdient.

Brauchen Schulungsvideos Untertitel?

Praktisch immer. Am Arbeitsplatz fehlt oft der Ton, und Untertitel helfen Kollegen mit anderer Muttersprache. Für die Barrierefreiheit sind sie ohnehin sinnvoll.

Welche Software eignet sich für Screencasts?

Für einfache Aufnahmen reichen die Bordmittel von Windows und macOS oder Microsoft Teams. Wer häufiger aufnimmt und schneiden möchte, ist mit einem spezialisierten Programm besser bedient. Wichtiger als das Programm ist ein gutes Mikrofon.

Dürfen Mitarbeitende in Schulungsvideos zu sehen sein?

Ja, mit ihrer Einwilligung, am besten schriftlich und vor dem Dreh. Sprechen Sie bei internen Schulungen außerdem früh mit dem Betriebsrat, falls es einen gibt. Das ersetzt keine Rechtsberatung.

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