Storyboard erstellen: Anleitung mit Vorlage für Unternehmensfilme
Ein Storyboard erstellen, das beim Dreh hilft: Aufbau, Einstellungsgrößen, Vorlage zum Abschreiben, Werkzeuge von Papier bis KI und typische Fehler.
Kurz gesagt Storyboard erstellen: Anleitung mit Vorlage für Unternehmensfilme
Wischen für die Antwort →Ein Storyboard zeigt, was die Kamera in jeder wichtigen Einstellung sieht.
Es muss nicht schön sein, sondern eindeutig: Strichmännchen und Pfeile reichen.
Pro Bild gehören Einstellungsgröße, Handlung, Text und Dauer dazu.
Erst das Drehbuch, dann das Storyboard, dann der Drehplan.
Was ein Storyboard ist und wofür man es braucht
Ein Storyboard ist eine Folge von Bildern, die zeigt, was die Kamera in jeder wichtigen Einstellung sieht. Es sieht aus wie ein Comic ohne Sprechblasen und hat eine einzige Aufgabe: Missverständnisse sichtbar zu machen, solange sie noch nichts kosten.
Wer im Unternehmen einen Film plant, denkt beim Satz „Wir zeigen die Produktion" an eine bestimmte Halle, einen bestimmten Blick, eine bestimmte Person. Die Agentur denkt an etwas anderes. Am Drehtag fällt das auf, und dann wird es teuer. Ein Storyboard bringt diese Bilder vorher auf ein Blatt, und alle Beteiligten können „ja, so" oder „nein, anders" sagen.
Nicht jeder Film braucht ein vollständiges Storyboard. Szenische Filme, Werbespots und Animationen ja, weil jede Einstellung geplant wird. Bei dokumentarischen Filmen, in denen echte Menschen ihre Arbeit zeigen, genügt oft eine Motivliste mit den wichtigsten Bildern, weil vieles erst am Drehtag entsteht. Wo das Storyboard im Gesamtablauf steht, beschreibt der Beitrag Imagefilm-Konzept.
Storyboard erstellen in sechs Schritten
- Vom Drehbuch ausgehen. Das Storyboard übersetzt Text in Bilder. Ohne festgelegten Text und feste Szenenfolge zeichnet man ins Blaue. Bei Erklärvideos ist das Drehbuch der Sprechertext.
- In Einstellungen zerlegen. Jede Szene besteht aus mehreren Einstellungen. Eine neue Einstellung beginnt, wenn die Kamera ihren Standort oder ihren Ausschnitt ändert. Für einen Film von zwei Minuten sind 20 bis 40 Einstellungen üblich.
- Pro Einstellung ein Feld zeichnen. Rechteck im Format des Films, also 16:9 für Website und Präsentation, 9:16 für Social Media. Darin: wer oder was im Bild ist, aus welchem Abstand, aus welcher Richtung.
- Bewegung mit Pfeilen zeigen. Ein Pfeil im Bild für Bewegungen von Personen, ein Pfeil am Rand für Bewegungen der Kamera, etwa Schwenk oder Fahrt.
- Unter jedes Bild die Angaben schreiben. Einstellungsgröße, was passiert, welcher Text oder Ton dazu läuft, geschätzte Dauer in Sekunden. Diese Zeile ist oft wichtiger als die Zeichnung.
- Gemeinsam durchgehen und freigeben. Das Storyboard einmal laut mit dem Sprechertext durchlesen. Stimmen Bild und Text nicht überein oder wird es zu lang, fällt das hier auf und nicht im Schnitt.
Vorlage: diese Spalten gehören in jedes Storyboard
Eine Vorlage braucht kein Spezialprogramm. Eine Tabelle oder ein Folienprogramm mit einem Bild und einer Textzeile je Einstellung reicht. Diese Spalten haben sich in unseren Projekten bewährt:
| Spalte | Inhalt | Beispiel |
|---|---|---|
| Nr. | Fortlaufende Nummer der Einstellung | 07 |
| Bild | Skizze, Foto vom Drehort oder Vorvisualisierung | Halle 2, Blick von der Galerie |
| Einstellungsgröße | Wie nah die Kamera ist | Totale |
| Handlung | Was im Bild passiert | Gabelstapler fährt von links ins Bild |
| Kamera | Bewegung der Kamera | langsamer Schwenk nach rechts |
| Text und Ton | Sprechertext, O-Ton, Musik, Geräusch | Sprecher: „Jeden Tag verlassen 400 Paletten das Werk." |
| Dauer | Geschätzte Sekunden | 4 s |
| Hinweis | Was für den Dreh zu klären ist | Fahrweg vorher absperren |
Die Spalte „Hinweis" verwandelt das Storyboard in eine Arbeitsliste: Genehmigungen, Requisiten, Personen, die an diesem Tag da sein müssen. Wie Sie einen Drehtag im eigenen Haus vorbereiten, steht im Beitrag Drehtag vorbereiten.
Die wichtigsten Einstellungsgrößen
Wer die Einstellungsgröße angibt, spart lange Beschreibungen. Für Unternehmensfilme reichen fünf Begriffe:
- Totale: der ganze Ort, Menschen sind klein. Zeigt, wo wir sind.
- Halbtotale: Personen von Kopf bis Fuß mit etwas Umgebung. Zeigt, was jemand tut.
- Halbnah: Person von der Hüfte aufwärts. Die übliche Größe für Gespräche.
- Nah: Kopf und Schultern. Die typische Größe für Interviews.
- Detail: Hände, Bauteile, ein Display. Zeigt, worauf es ankommt.
Ein guter Film wechselt zwischen diesen Größen. Fünf Totalen hintereinander wirken wie ein Werbeprospekt, fünf Details hintereinander verlieren den Zuschauer. Wenn das Storyboard diesen Wechsel zeigt, ist es meist schon ein gutes Storyboard.
Werkzeuge: Papier, Folien, Software und KI
Papier und Stift sind am schnellsten, gerade in der ersten Runde. Viele Missverständnisse lassen sich mit einer Skizze in zwei Minuten klären. Folienprogramme eignen sich, wenn das Storyboard abgestimmt und freigegeben werden muss: eine Folie oder Tabellenzeile je Einstellung, Fotos vom Drehort statt Zeichnungen. Spezielle Storyboard-Software lohnt sich vor allem für Animation und szenische Filme mit vielen Einstellungen.
Inzwischen lassen sich Bildwelten, Licht und Stimmung zusätzlich mit KI vorvisualisieren. Das ersetzt kein Storyboard, weil die KI weder Ihre Halle noch Ihre Mitarbeitenden kennt. Es zeigt aber in Stunden statt Tagen, wie ein Film wirken könnte, und hilft bei der Entscheidung zwischen zwei Richtungen. Wie wir das einsetzen, steht auf der Seite KI-Videoproduktion.
Typische Fehler beim Storyboard
- Zu schön statt zu klar. Ein aufwendig gezeichnetes Storyboard wird ungern geändert. Grobe Skizzen laden zum Widersprechen ein, und genau das ist ihr Zweck.
- Bilder, die es nicht gibt. Das Storyboard zeigt eine leere, aufgeräumte Halle, am Drehtag läuft die Schicht. Deshalb vorher Fotos vom echten Ort machen.
- Kein Ton. Ohne Text und Ton unter den Bildern prüft niemand, ob beides zusammenpasst und ob die Zeit reicht.
- Alles vorschreiben. Bei dokumentarischen Filmen entstehen die besten Bilder ungeplant. Das Storyboard legt fest, was auf jeden Fall in den Film muss, und lässt Platz für den Rest.
Bei uns gehört das Storyboard zum Konzept, Sie müssen es nicht selbst liefern. Von Ihnen brauchen wir Ziel, Zielgruppe und Zugang zu Ihren Standorten und Menschen. Mehr zum Ablauf unter Imagefilm erstellen lassen.
Fragen zum Thema
Was gehört in ein Storyboard?
Pro Einstellung ein Bild und darunter Einstellungsgröße, Handlung, Kamerabewegung, Text oder Ton und die geschätzte Dauer. Eine Spalte für Hinweise zum Dreh macht daraus eine Arbeitsliste.
Wie viele Bilder hat ein Storyboard?
Eines je Einstellung. Für einen Unternehmensfilm von zwei Minuten sind 20 bis 40 Einstellungen üblich, für einen Werbespot von 30 Sekunden oft 10 bis 15.
Muss man für ein Storyboard zeichnen können?
Nein. Strichmännchen, Pfeile und Fotos vom Drehort reichen. Entscheidend ist, dass alle Beteiligten dasselbe Bild vor Augen haben.
Was ist der Unterschied zwischen Drehbuch und Storyboard?
Das Drehbuch legt Text und Szenenfolge fest, das Storyboard zeigt, wie die wichtigsten Einstellungen aussehen. Erst kommt das Drehbuch, dann das Storyboard, dann der Drehplan.
Kann KI ein Storyboard erstellen?
KI kann Bildwelten und Stimmungen schnell vorvisualisieren. Ein Storyboard für einen echten Dreh ersetzt sie nicht, weil sie Ihre Räume, Maschinen und Menschen nicht kennt.