Imagefilm-Konzept: vom Briefing zum Storyboard
Wie aus einer Idee ein drehfertiges Konzept wird: Briefing, Kernbotschaft, Treatment, Drehbuch, Storyboard und Drehplan. Mit Fragen zum Mitnehmen.
Kurz gesagt Imagefilm-Konzept: vom Briefing zum Storyboard
Wischen für die Antwort →Ein gutes Konzept beginnt mit einem Satz: Was soll der Film bewirken?
Treatment, Drehbuch und Storyboard sind drei Stufen, keine drei Varianten.
Ein Storyboard muss nicht schön sein, es muss eindeutig sein.
Fehler im Konzept kosten Minuten, Fehler im Schnitt kosten Drehtage.
Warum das Konzept über den Film entscheidet
Die teuerste Überraschung in einer Filmproduktion ist ein Film, der erst im Schnitt nicht gefällt. Dann fehlen Bilder, die nie gedreht wurden, oder es gibt Szenen, die niemand braucht. Beides lässt sich fast immer auf dieselbe Ursache zurückführen: Das Konzept war nicht fertig, als die Kamera lief.
Ein Konzept ist deshalb keine Formalie, sondern die günstigste Phase, um Entscheidungen zu treffen. Eine Szene zu streichen kostet auf dem Papier eine Minute, am Set einen halben Tag.
In sechs Schritten zum drehfertigen Konzept
- Briefing. Ziel, Zielgruppe, Einsatzorte, Termin und Budgetrahmen. Welche Fragen hineingehören, steht im Abschnitt unten und ausführlich im Beitrag Drehtag vorbereiten.
- Kernbotschaft. Ein Satz, der hängen bleiben soll. Nicht „Wir sind innovativ und kundenorientiert", sondern etwas, das nur auf Sie zutrifft. Wenn der Satz auch auf Ihren Wettbewerber passt, ist er noch nicht fertig.
- Idee und Dramaturgie. Wie wird die Botschaft erzählt? Über einen Tag im Betrieb, über einen Kunden, über ein Produkt auf seinem Weg? Hier entscheidet sich, ob der Film dokumentarisch, interviewbasiert oder szenisch wird.
- Treatment. Eine bis zwei Seiten Fließtext, die den Film so beschreiben, dass man ihn sich vorstellen kann: Stimmung, Ablauf, Musik, Tempo. Das Treatment ist das Dokument, das die Geschäftsführung freigibt.
- Drehbuch und Storyboard. Das Drehbuch legt Text und Szenenfolge fest, das Storyboard zeigt die wichtigsten Einstellungen als Bilder. Bei dokumentarischen Filmen ersetzt eine Motivliste oft das klassische Drehbuch.
- Drehplan. Wer ist wann wo, welche Motive werden in welcher Reihenfolge gedreht, was passiert bei Regen. Aus dem Drehplan entsteht das Angebot für den Drehtag.
Storyboard erstellen: so geht es
Ein Storyboard ist eine Folge von Bildern, die zeigt, was die Kamera in jeder wichtigen Einstellung sieht. Es sieht aus wie ein Comic ohne Sprechblasen und hat eine einzige Aufgabe: Missverständnisse vor dem Dreh sichtbar zu machen.
- Pro Bild eine Einstellung. Dazu eine Zeile, was passiert, und eine Zeile Ton oder Text.
- Bildausschnitt angeben. Totale, Halbnahe oder Nahaufnahme. Gerade das entscheidet später über die Wirkung.
- Strichmännchen reichen. Ein Storyboard muss nicht schön sein, es muss eindeutig sein. Pfeile zeigen Bewegungen von Kamera und Personen.
- Nur die Schlüsselszenen. Für einen Imagefilm von zwei Minuten genügen oft zehn bis zwanzig Bilder.
Heute lassen sich Bildwelten und Lichtstimmungen zusätzlich mit KI vorvisualisieren. Das ersetzt kein Storyboard, zeigt aber in Stunden statt Tagen, wie ein Film wirken könnte. Wie wir das einsetzen, steht auf der Seite KI-Videoproduktion.
Zehn Fragen für Ihr Briefing
- Was soll jemand tun oder denken, nachdem er den Film gesehen hat?
- Wer genau soll ihn sehen? Kunden, Bewerber, Partner, Mitarbeitende?
- Wo läuft der Film: Website, Messe, Social Media, Vertriebsgespräch?
- Welche Fassungen brauchen Sie: Langfassung, Kurzschnitte, Hochformat, Englisch?
- Was unterscheidet Sie wirklich von Ihrem stärksten Wettbewerber?
- Welche Orte und Menschen sollen zu sehen sein?
- Gibt es Bereiche, die nicht gefilmt werden dürfen?
- Welche Filme gefallen Ihnen, und warum?
- Wer gibt Konzept, Rohschnitt und Endfassung frei?
- Bis wann muss der Film fertig sein, und gibt es einen festen Anlass?
Wenn Sie nur fünf davon beantworten können, reicht das für ein erstes Gespräch. Den Rest erarbeiten wir mit Ihnen.
Wer schreibt das Konzept?
Bei uns: wir. Sie müssen weder ein Drehbuch noch ein Storyboard liefern. Von Ihnen brauchen wir Ziel, Zielgruppe und Zugang zu Ihren Standorten und Menschen. Konzept, Drehbuch, Regie und Schnitt kommen aus einer Hand, Sie geben die einzelnen Stufen frei. Wenn bereits ein Konzept einer Agentur vorliegt, prüfen wir es auf Umsetzbarkeit und produzieren danach. Mehr zum Ablauf auf der Seite Imagefilm erstellen lassen.
Fragen zum Thema
Was ist der Unterschied zwischen Treatment und Drehbuch?
Das Treatment beschreibt den Film in Fließtext, damit man sich Stimmung und Ablauf vorstellen kann. Das Drehbuch legt Szenen, Text und Reihenfolge verbindlich fest. Erst wird das Treatment freigegeben, dann das Drehbuch geschrieben.
Braucht jeder Imagefilm ein Storyboard?
Szenische Filme und Animationen ja. Bei dokumentarischen Filmen genügt oft eine Motivliste mit den wichtigsten Einstellungen, weil vieles erst am Drehtag entsteht.
Wie lange dauert die Konzeptphase?
Für einen typischen Imagefilm etwa eine Woche vom Gespräch bis zum freigegebenen Konzept. Länger wird es, wenn mehrere Abteilungen freigeben müssen.
Mit welchem Programm erstellt man ein Storyboard?
Papier und Stift reichen. Für Präsentationen eignen sich Folienprogramme mit Bild und Textzeile je Einstellung. Entscheidend ist die Eindeutigkeit, nicht das Werkzeug.